• Dr. Stefanie Puckett

Wie agil muss das Arbeiten sein?

Agile Arbeitsmethoden sind hipp. Für einige erschließt sich deren Sinn aber nicht so recht. Der ergibt sich auch nur, wenn die Methode tatsächlich Sinn macht: für Ihre konkreten Arbeitsziele. Helfen agile Methoden, Ihre Ziele zu erreichen, machen sie Sinn. Und das lässt sich schnell herausfinden.


Der Trend....

Wahrscheinlich schauen Sie dem Trend agilen Arbeitens zu. Bunte Kärtchen auf Kanban Boards, Teams, die sich selbst managen, Projekte, die in Sprints zergliedert und angegangen werden, ohne, dass das Endziel klar ist. Als Beobachter kann man sehen, dass Dinge tatsächlich schneller passieren als vorher. Produkte, Services oder Projekte werden schneller geliefert. Man kann auch sehen, dass vielen Mitarbeiter/innen dadurch motiviert sind, dass sie ihre Arbeit stärker in die Hand nehmen können und einige verstaubte Strukturen oder Geisteshaltungen zerbröckeln und neuen Platz machen.


Die Zweifel...

Dann gehen Sie vielleicht in sich und finden ehrlich gesagt mehr Zweifel als Chancen, wenn Sie sich mit Methoden wie Scrum oder Elementen wie Stand-ups, Retrospektiven oder eben Kanban Boards auseinandersetzen. Das ist auch gut. Denn „Agil“ ist kein Selbstzweck.


Das eigene Ziel...

Es geht um Ihr Ziel, besser noch, Ihre Vision von dem, was Sie in Zukunft erreichen wollen – auch wenn diese in der jetzigen Situation etwas utopisch wirkt. Dann denken Sie rückwärts. Angenommen in fünf Jahren haben Sie das Ziel tatsächlich erreicht. Vielleicht übertroffen. Wie sind Sie dahin gekommen? Welche Änderungen haben Sie gemacht? Welche Arbeitsprinzipien und welche Methoden haben zum Erfolg beigetragen oder ihn erst ermöglicht?


Wieviel Agilität ich brauche...

Wie dieser Prozess aussehen kann, kann gut anhand des folgenden einfachen Plans aus dem Buch „Agiles Führen – Führungskompetenzen für die agile Transformation“ (Puckett, S. & Neubauer, R. M., 2017), erläutert werden:


1. Was ist das Problem der aktuellen Arbeitsweise? Ein guter Startpunkt ist zu überlegen (und beziehen Sie hier am besten direkt Ihre Mitarbeiter mit ein), welche Probleme denn überhaupt über eine neue /agile Herangehensweise gelöst werden sollen.

2. Welche Hindernisse hemmen die Leistung und den Erfolg? Dann machen Sie sich auf die Ursachensuche. Was genau hemmt den möglichen Erfolg? Was hemmt die Leistung Ihrer Mitarbeiter und Teams?

3. Welche Stärken und Potenziale hat die bisherige Arbeitsweise? Was läuft bereits sehr gut? Was sind die Dinge, an denen es sich lohnt, festzuhalten? Welche existierenden Ansätze sollten weiterentwickelt werden?

4. Unter welchen Umständen könnte viel mehr (was eigentlich?) erreicht werden?

Was könnte agil erreicht werden, das Sie heute nicht oder nur unter großem Aufwand erreichen können? Hier geht es darum, den Blick für Chancen zu schärfen, anzufangen, in Möglichkeiten zu denken. Und wie könnte das gelingen? Werden Sie hier konkret. Lassen Sie die Teams erarbeiten wo sie Potenziale sehen und in einem zweiten Schritt, wie diese verwirklicht werden können. Dann treten Sie ein paar Schritte zurück und erlauben sich, in größeren Dimensionen zu denken.

5. Wie sieht der ultimative Erfolg aus? Hier wird eine Vision gebraucht (siehe den dritten Abschnitt des fünften Kapitels zu Visionär). Wo soll es hingehen? Was möchten Sie erreichen? Was ist Ihr Warum“

6. Welche Kultur braucht es? Wer wollen Sie sein, als Team, als Abteilung, als Organisation? Hier geht es um Kultur und Werte. Um das Wie.

7. Wie wollen Sie sich aufstellen? Hier geht es nun um die Ausgangsfrage. Welche Struktur fördert die Zielerreichung? Wer trifft wie Entscheidungen? Welchen Prinzipien sollen die Arbeit und ihre Priorisierung folgen? Welche Ansätze, Methoden und Tools erweisen sich als hilfreich? Inspiration liefert das Agile Manifest der Softwareentwicklung sowie die zahlreichen Methoden und Tools, die sich unter dem agilen Schirm tummeln.


Letztlich gilt es ein paar Kernprinzipien der Agilität gleich in diesem Prozess anzuwenden:


  • Lernen steht im Vordergrund und die Möglichkeit, sich an sich herauskristallisierende oder sich verändernde Bedürfnisse anzupassen.

  • Es wird Schritt für Schritt ausprobiert und es wird gemeinsam reflektiert. Dazu braucht es keinen detaillierten, umfassenden Masterplan (den können Sie gar nicht haben).

  • Das langfristige Ziel muss fest vor Augen sein und der jeweils nächste Schritt auf Sicht geplant werden.

  • Und das Wichtigste zum Schluss: Scheitern ist erlaubt, solange daraus gelernt wird.


Dieser Artikel erschien zuerst bei BusinessVillage.






Quelle:

Puckett, S. & Neubauer, R. M. (2017). Agiles Führen -Führungskompetenzen für die agile Transformation. BusinessVillage Verlag.


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